28.05.17

Von Fotografie in der Natur bis Kunst im Stadtwerk Herrenberg

An einem frühen Samstagmorgen in Herrenberg - links die Kamera, rechts den Hund, glitzernde Tautropfen auf Gräsern, zwischernde Vögel in alten Bäumen am Schlossberg - und in Gedanken bei der Einladung von Gabriele Henke zur Kunstausstellung im Stadtwerk Herrenberg. Eine offizielle Einweihung des Mehrgenerationen-Wohnprojektes Stadtwerk steht an und einen Tag der Offenen Tür gibt es für interessierte Bürger... ich folge dieser Einladung gern, denn oft sind solche Events ein Anstoß für eigene Ideen und Inspiration. Die Wachskreide-Bilder von Gabriele Henke live zu sehen reizt mich und auch die Architektur, die bei dem Wohnprojekt umgesetzt wurde.

Das Wetter meint es offensichtlich gut mit den Künstlern, die dort ausstellen - schönes Licht, nicht so harte Kontraste und milde Temperaturen.
Es entstehen noch einige Fotos auf dem Weg zurück in die Altstadt und am frühen Nachmittag mach ich mich auf den Weg, um einen Blick aufs Stadtwerk zu werfen.


Kaum angekommen geht der erste Blick nach oben - Atrium pur mit kleinen weißen Wolken; ausgestellte Bilder spiegeln sich im Glas der Galerien, die den Innenraum umsäumen:


























Gutgelaunte Menschen laufen umher, einige haben bereits Platz genommen im vorderen Haus. Der offizielle Teil gestaltet sich aus verschiedenen Ansprachen und Grußworten zum Wohnprojekt, tollen musikalischen Einlagen vom hauseigenen Chor und der Einladung zu einer Architektenführung. Mangels Zeit folge ich erst einmal Gabriele Henke gespannt zu ihren Bildern im anderen Haus in der obersten Etage.




























Großformatige Wachskreide-Bilder strahlen mich regelrecht an - kräftige Farben, Dynamik pur in jedem Bild! 
So hab ich sie kennengelernt - und diese Sprache sprechen auch ihre Bilder, die Titel tragen wie "Glück" oder "Innere Bewegung" oder  "Das Unerreichen".




























Jedes Bild braucht eigentlich eine eigene Wand - so mein persönlicher Eindruck. Und manchen sind Worte gewidmet, die man mehrmals liest und spürt, wie sie ganz langsam in die Seele fließen ... wie Wasser, das sich in der Natur seinen Weg sucht.


Und während Gabriele Henke mit Besuchern der Ausstellung eine kleine Führung macht, fotografiere ich und lausche ihren Worten, die sich immer wieder einen Weg durch die anderen Geräusche bahnen: "... und wenn du genau hinschaust, spürst du, was das Bild mit DIR macht ..." . Ja, genau - es ist beim Malen wie beim Fotografieren. Das Bild sucht den Künstler, das Motiv findet den Fotografen.

Dann fesseln mich Details.
Die Bilder entstehen in einer aufwändigen Technik aus vielen Schichten, die übereinander gelegt werden. Hier wird manchmal auch im Liegen gemalt, wie ich den Worten Gabriele Henkes entnehmen kann (wie gut ich das kenne... aus der eigenen Mal-Epoche ;-)).





Am Spätnachmittag die Einsicht, dass die Zeit zu kurz ist, um die Bilder angemessen auf sich wirken zu lassen, einen Rundgang durch das gesamte Projekt zu machen, sämtliche Bilder aller Künstler anzuschauen und eventuell noch ein paar Worte mit Menschen zu wechseln, die HIER wohnen. Vielleicht wird es Berichte und Geschichten geben - das Projekt ist noch jung und das Zusammenleben wird wachsen.

Es war ein schöner Nachmittag und ich danke an dieser Stelle Gabriele Henke für den Hinweis auf die Ausstellung; die Bilder und etliche weitere haben ihr Zuhause im Atelier in 71131 Jettingen Bongartstraße 45 .



PS: Dieser Post ist KEINE Auftragsarbeit - einfach nur gesammelte Eindrücke in Wort & Bild :-)


19.04.16

Baumkinder im Frühling

Das Erlebnis eines Frühlingswaldes kann dich mehr über den Menschen lehren, über Moral, das Böse und das Gute, als alle Weisen.
William Wordsworth



06.12.15

Freunde

Friends are those rare people who ask how you are and then wait for the answer. 





Freunde, das sind Menschen, die dich fragen, wie es dir geht - und dann die Antwort abwarten.

Freunde sind Menschen, die dir sagen, dass sie dich besuchen werden - auch wenn du weit weg sein wirst, auch wenn die Zeit bei allen knapp ist. Freunde sind Menschen, die das Versprechen halten; Menschen, die auf einmal da sind. Selbst dann, wenn mehr als tausend Kilometer Strecke zu bewältigen sind. 

Wir hatten Besuch von Freunden. 

Ihre Ankunft hat uns sehr gefreut. Die herzliche Begrüßung, die gemeinsame Freude über das Wiedersehen, Spaziergang durch Herrenberg. Ein Ereignis, so passend zum Advent

PS: Die beste Übersetzung von FREUND ist für mich immer noch: 
Ein Mensch, dem du wirklich und immer etwas wert sein wirst; ungeachtet dessen, ob du ihm nützt. 

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True Friendship sends out a golden light.




20.11.15

November roses

Wishful thinking



If everyone would use at least once a day...
his heart, his mind and all his skills to do other something good -

then the world would be so much better.

04.11.15

Aufeinander zugehen - Blick zurück und nach vorn (2)

Wenn Städte eine Seele haben, gehört Herrenberg dazu

Wenn ich die vergangenen Jahre Revue passieren lasse, fällt mir auf, dass jeder meiner Umzüge im Herbst stattfand. Und mittendrin war immer der gleiche Gedanke vorherrschend: Bitte lass mich mal endlich angekommen sein. Es ist Stress, wenn sich die Lebenssituation ändert, die gewohnte Umgebung wechselt und es so viele neue Faktoren gibt, die man mangels Ortskenntnis einfach nicht einschätzen kann. Muss man im wahrsten Sinne des Wortes er-leben.
Und das braucht Zeit.




Hinzu kommen im  Vorfeld die gut gemeinten Ratschläge zur getroffenen Entscheidung. Als ich mit 17 Jahren gemeinsam mit meinen Eltern aus dem idyllischen Heiligensee (West-Berlin) in den Harz zog, hörten wir Worte wie diese: "Die sind stur, die Harzer. Mit denen wird man nie warm." - "Berliner sind da nicht gern gesehen." - "Da ist der Hund verfroren - was wollt ihr da?"

Der Heiligensee in Berln

Alt-Heiligensee mit dörflichem Stadtkern

Ungeachtet dessen stand der Plan, die Situation war schwierig und es gab nur noch den Weg nach vorn. Einige Tage vor Weihnachten zog ich mit meiner Mutter in einer abenteuerlichen Aktion in den Harz. Mein Vater lag mit einer schweren Herz-OP im Klinikum Charlottenburg.

Da standen wir nun:  ohne Auto, ohne eine Ahnung, wie alles weitergehen sollte, aber mit dem festen Willen, das Durcheinander in geordnete Bahnen zu lenken, bevor mein Vater aus der Klinik entlassen werden würde.

Klein und beschaulich - Bad Grund

In diesen Wochen sprach meine Mutter erst einmal die nächsten Nachbarn an, stellte sich vor und grüßte freundlich, wenn jemand vorbeiging (was sie allerdings auch in Berlin tat, solange ich denken kann).  Um es kurz zu machen: Eine unserer Nachbarinnen bot an, uns regelmäßig zum Großeinkauf in einen größeren Ort mitzunehmen. Ein älterer Herr hielt sogar am Straßenrand an, weil er uns beide mit voll gepackten Einkaufstaschen Richtung Heimatort laufen sah (es waren noch 3 km zu gehen) - wir wurden nach Hause gefahren, er trug uns die schweren Taschen ins Haus und bewunderte den Unternehmungsgeist meiner Mutter, die mit fast 60 Jahren einen neuen Lebensabschnitt begann.

"Die Harzer" waren also freundlicher und hilfsbereiter als gedacht - oder besser - als geglaubt.
Dazu komme ich später noch einmal.

Am Rande des Harzes - die Sösetalsperre in Osterode

Und nun hab ich nach mehr als 30 Jahren das Harzer Umland verlassen. Hab mehr Zeit dort verbracht als in Berlin, wo ich aufgewachsen bin. Klar, dass das irgendwann das gefühlte Zuhause wurde. Dort sind meine Kinder geboren, dort steht mein Elternhaus.

Als ich die ersten Andeutungen machte, nach Baden-Württemberg zu ziehen, waren die Reaktionen interessant. Von "Das ist das beste, was Sie machen können." über "Und dann diese Sprache...da verstehst du  doch gar nix" bis hin zu  "Ins Schwabenland umziehen?? Naja....die sind schwierig, die Schwaben. Mit denen wirst du als Norddeutscher nie warm."

Aha.
Kam mir das nicht irgendwie bekannt vor? ;-)
Zugegeben - diese Sprüche ziehen nicht spurlos an einem vorüber. Hinzu kommen Berichte von Menschen, die voller Tatendrang "ihre" Region verließen und nach nicht zu langer Zeit wieder ins alte Fahrwasser zurückkehrten, weil sie sich einfach fremd fühlten und eben nicht warm wurden.
Weder mit der Gegend, noch mit den Menschen.

Nun bin ich seit einem guten Monat hier.


Hier war alles etwas anders. Es war eine freie Entscheidung und irgendwie Liebe auf den ersten Blick. Die Stadt mit ihren kleinen Gassen, die alten Häuser, der Blick vom Schlossberg auf das Umland... und überall spürt man, dass die Menschen ihre Stadt pflegen. Selbst in kleinen Details.

Es war ein gutes Gefühl  hier zu   s e i n ,  von Anfang an.
Eine Stadt mit Seele.




Der österreichische Autor Gerhard Loibelsberger schreibt in seinem Vorwort zur "Wiener Seele": [...Kann eine Stadt eine Seele haben? - Eine Stadt ist kein Mensch, sondern eine Agglomeration von menschlichen Wesen. Wenn man davon ausgeht, dass sie alle eine Seele haben, kann man argumentieren, dass die Summe all dieser Seelen die Seele der Stadt ergibt. ...].



Die Menschen, denen wir bisher begegnet sind, haben uns mit Freundlichkeit, Offenheit und guten Wünschen begrüßt. Und in Erinnerung an meine Mutter hab ich uns vorgestellt, wenn es die Gelegenheit ergab - was zum einen erstaunt, aber auch sehr freundlich aufgenommen wird.



Und dann sitzt du unter einem Baum mitten in Herrenbergs Altstadt und genießt die warmen Sonnenstrahlen des Herbstes. Es gehen Menschen an dir vorbei, bleiben stehen. Sie fragen, ob du jetzt hier wohnst oder erkundigen sich nach Lunas Rasse ("Ein bisschen wie ein Fuchs...?" Sie hat tatsächlich einen sogenannten Harzer Fuchs als Vater) . Ein Gespräch entwickelt sich und man erzählt, wo man herkommt.
Und dann sagt mir ein freundlicher Mann in feinstem Schwäbisch: "Wissen Sie - wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Sie machen das schon richtig ...und ich wünsche Ihnen eine wunderbaren Anfang in Herrenberg. Herzlich Willkommen! "



Und eben deshalb gibt es DIE .... gar nicht.
Die existieren nicht - höchstens im Kopf derer, die auf niemanden zugehen wollen oder können.


24.01.15

Schlüsselsituation























Alltäglich: zwei fremde Hunde mit zwei sich ebenso fremden Begleitern begegnen sich.
Je nach Distanz verläuft so eine Begegnung meist ohne Reaktion, weder bei Hund noch bei Herrchen oder Frauchen.  Meint nun einer der Hunde, auf das fremde Wesen reagieren zu müssen, k a n n  es zu einem Gespräch zwischen den Begleitern kommen (je nach Region in Deutschland aber sehr unterschiedlich, wie ich in mehr als 25 Jahren Leben mit Hund feststellen konnte :-) ).

Luna ist per se ein kommunikativer Hund - wenn auch nicht gerade in der Art, wie ich es mir wünsche. Alles, was fremd ist, wird erst einmal mit einer "Bürste" begrüßt. Kann auch mal ein Busch sein, der im Dunkeln aussieht wie ein Monster....
Natürlich alles aus sicherem Abstand und meist ohnehin an der Leine.

Nach ausgiebigem Kennenlernen wird man (falls für gut befunden) aber für alle Ewigkeiten ins Herz geschlossen.



In unserem neuen Lebensraum gibt es viel Wald und unübersichtliche Wege. Aufgrund dessen hat sich Lunas Begleiterin gleich nach dem Umzug ausnahmslos für die Leine entschieden.
Was immer wieder zu Problemen führt, wenn beispielsweise drei frei laufende Hunde hinter einer Biegung auftauchen und aus drei verschiedenen Richtungen auf Luna zustürmen. "Die tun nichts!" schallt es dann von irgendwo her. Schön! Aber Luna sieht das in dem Augenblick und angeleint ganz anders...



So kam es vor kurzer Zeit zu einem unschönen Zwischenfall, weil Frauchen die Zeichen des Hundes falsch deutete (trotz Anzeichen von Angst nicht den Rückzug antrat) und die andere Hündin partout zeigen wollte, dass sie (doppelt so groß und wesentlich jünger) sich nicht von einem kleinen Kracheisen dominieren lassen würde.

Am Ende lag Luna auf dem Rücken und hatte einige blutende Blessuren, jedoch nichts ernstes.
Aber das Selbstbewusstsein war für ein paar Tage im Keller und die nachhaltige Reaktion auf dieses Erlebnis ist Angst vor anderen Hunden mit der Konsequenz: Drohen ist die beste Verteidigung.

Vor ein paar Tagen begegneten wir wieder einem - noch unbekannten - Hund mit dessem Herrchen. Luna wurde wie gewohnt laut, was das andere Herrchen mit einem freundlichen "Na, so groß bist du doch nicht, dass du solchen Alarm machen musst!" quittierte.

Während ich kurz die Vorgeschichte erzählte, wurden beide Hunde ganz ruhig und beobachteten sich neugierig aus der Distanz. Und dann sagte mein Gegenüber etwas, das mir den ganzen Weg nicht mehr aus dem Kopf ging:

"Wissen Sie, wir Menschen mit Hund laufen oft aufeinander zu, aneinander vorbei, ohne ein Wort - vielleicht sogar mit einem komischen Gefühl im Bauch. Meinen Sie, die Hunde merken das nicht?! 
Die hören den Klang unserer Stimme, wenn wir uns unterhalten. Und merken: Freundlich - alles okay. Die merken aber auch an unserer Körpersprache, wenn es das nicht ist. 
Und dann rennen Leute mit Hunden ohne Leine rum und setzen voraus, das sich alle Hunde mit ihrem oder ihren verstehen....  "Der tut nichts!" 
Wie paradox ist das eigentlich? Wenn wir nicht miteinander reden oder gar zeigen, dass wir angespannt sind, warum sollten sich unsere Hunde auf Anhieb verstehen?? 
Volle Harmonie ohne die Chance sich kennenzulernen? Komische Erwartungshaltung.
Wieso sollten ausgerechnet unsere Hunde eine Unterschreitung der Distanzgrenze zulassen, wo wir es selbst nie tun würden? 

Menschen sind schon merkwürdig manchmal.

Hören Sie auf Ihr Gefühl, dann tun Sie das Richtige; das, was Ihr Hund auch tun würde." 

Sprach's, wünschte uns einen wunderschönen Tag bzw. Abend ... und setzte seine Hunderunde fort.

. . . . . . . .

Es wurde dunkel und die Laternen gingen an.










16.10.14

Herbst - und Zeit für Rückblick (1)

Von Aufbruch, Fotografie und Dankbarkeit


Vor 11 Jahren an einem Wendepunkt angelangt, dachte ich nicht im Traum daran, dass Fotografie einmal einen so derart hohen Stellenwert in meinem Leben einnehmen würde. Nach dreizehn Jahren bewegtem Alltag im eigenen Betrieb, mit zwei Kindern, die gefühlt immer zu kurz kamen, nach einem Revival für Malerei und Gestaltung war irgendwann der Punkt erreicht, an dem sich der Mut durchsetzte - der Mut, sich wieder zu besinnen auf das, was wirklich wichtig ist: der Moment, den du gerade lebst, wie du ihn erlebst und gestaltest. 

Ich gab mein altes Leben auf. Und ich bezog bewusst meine Kinder ein, so klein sie noch waren. Ich ließ sie mit eintscheiden bei der Wahl unseres neuen Zuhauses, ich ließ sie gestalten, so weit es die Umstände zuließen. Und es machte mir großen Spaß, wie sie jeden Fortschritt mit kindlicher Vorfreude begleiteten.

Wir hatten viel weniger Raum zur Verfügung als zuvor - und hatten doch so viel mehr. In der Einfachheit und dem Improvisieren entwickelte sich so viel Zufriedenheit bei uns dreien, dass ich es kaum für möglich gehalten hätte.  

Und bald zeichnete es sich ab, dass Computer und Internet auch in unserem kleinen Haushalt Einzug halten mussten - die Hausaufgaben meiner Töchter ließen keine andere Alternative. Mit gemischten Gefühlen schaffte ich 2005 einen PC an.

Nach einigen Versuchen mit einer kleinen digitalen Knipse und 128 MB Speicher folgte im selben Jahr die erste digitale Spiegelreflexkamera - eine Nikon D70s.


Ich erinnerte mich an die Fototouren mit meinem Vater, den ich gerade verloren hatte. Nachtaufnahmen, ich als Stativ-Träger, wenig Worte, Mehrfach-Belichtungen, Experimente, viele Eindrücke während des jährlichen Familienurlaubs in Österreich, im Tessin... Ich erinnerte mich, wie stolz ich war, dass er mir seine Kamera auf einer Klassenfahrt anvertraute und wie sorgfältig ich Motive auswählte, damit ich mit zwei 36er Filmen auskam. Und wie gern hätte er jetzt an dieser neuen Technik Anteil genommen... 

Nun eröffnete sich eine neue Welt: Ich konnte Bilder machen, so viel ich wollte! Und man konnte diese Bilder im Nachhinein verändern... aber wie?  Die ersten Versuche bringen mich heute noch zum Schmunzeln (Original auf 1000 Pixel Seitenlänge gebracht und auf "Speichern" gedrückt...). Ich meldete mich in einer Fotocommunity an und lernte nach und nach viele liebe Menschen kennen, die mir das ABC der Bildbearbeitung geduldig vermittelten und immer wieder Mut machten zum Ausprobieren - und auch zum Zeigen. 

Meine kreativen Fotografie-Versuche starteten natürlich in Badenhausen. Jede Hunderunde wurde zur Fototour, die oft unter dem Motto "Versuch & Irrtum" stand. Aber jeder neue Ordner auf der Speicherkarte war eine Lektion. Ich wollte Stimmungen festhalten, Details... und irgendwie das ausdrücken, was mir wichtig war in diesem Moment. Und das gelang zunehmend besser.
Selbst dann, wenn der Weißabgleich falsch eingestellt war - so wie in dem Zufallsprodukt links...

Ende 2005 verloren wir unseren Hund - nach fast 17 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt realisierte ich zum ersten Mal die Bedeutung meiner Fotos, ich hatte eine glückliche Zeit dokumentiert - nicht nur auf der Festplatte unseres Computers, sondern unauslöschlich in meinem Gedächtnis. Die Auseinandersetzung mit jeder Einstellung an der Kamera lässt das Bild zuverlässig gespeichert im Kopf zurück - was für eine Bereicherung. Zum ersten Mal empfand ich beim Fotografieren so etwas wie Dankbarkeit - für all diese Momente, für die exzellenten Möglichkeiten, die mir die Technik gab.



Diese Erkenntnis veränderte auch meine Sicht auf die Dinge - ich fotografierte vermeintlich unscheinbare Dinge und Szenen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zusammenzusetzen. Zu etwas Wichtigem und Wertvollem. 

Das sollte sich im Auf und Ab der nächsten Jahre fortsetzen und vertiefen.