24.01.15

Schlüsselsituation























Alltäglich: zwei fremde Hunde mit zwei sich ebenso fremden Begleitern begegnen sich.
Je nach Distanz verläuft so eine Begegnung meist ohne Reaktion, weder bei Hund noch bei Herrchen oder Frauchen.  Meint nun einer der Hunde, auf das fremde Wesen reagieren zu müssen, k a n n  es zu einem Gespräch zwischen den Begleitern kommen (je nach Region in Deutschland aber sehr unterschiedlich, wie ich in mehr als 25 Jahren Leben mit Hund feststellen konnte :-) ).

Luna ist per se ein kommunikativer Hund - wenn auch nicht gerade in der Art, wie ich es mir wünsche. Alles, was fremd ist, wird erst einmal mit einer "Bürste" begrüßt. Kann auch mal ein Busch sein, der im Dunkeln aussieht wie ein Monster....
Natürlich alles aus sicherem Abstand und meist ohnehin an der Leine.

Nach ausgiebigem Kennenlernen wird man (falls für gut befunden) aber für alle Ewigkeiten ins Herz geschlossen.



In unserem neuen Lebensraum gibt es viel Wald und unübersichtliche Wege. Aufgrund dessen hat sich Lunas Begleiterin gleich nach dem Umzug ausnahmslos für die Leine entschieden.
Was immer wieder zu Problemen führt, wenn beispielsweise drei frei laufende Hunde hinter einer Biegung auftauchen und aus drei verschiedenen Richtungen auf Luna zustürmen. "Die tun nichts!" schallt es dann von irgendwo her. Schön! Aber Luna sieht das in dem Augenblick und angeleint ganz anders...



So kam es vor kurzer Zeit zu einem unschönen Zwischenfall, weil Frauchen die Zeichen des Hundes falsch deutete (trotz Anzeichen von Angst nicht den Rückzug antrat) und die andere Hündin partout zeigen wollte, dass sie (doppelt so groß und wesentlich jünger) sich nicht von einem kleinen Kracheisen dominieren lassen würde.

Am Ende lag Luna auf dem Rücken und hatte einige blutende Blessuren, jedoch nichts ernstes.
Aber das Selbstbewusstsein war für ein paar Tage im Keller und die nachhaltige Reaktion auf dieses Erlebnis ist Angst vor anderen Hunden mit der Konsequenz: Drohen ist die beste Verteidigung.

Vor ein paar Tagen begegneten wir wieder einem - noch unbekannten - Hund mit dessem Herrchen. Luna wurde wie gewohnt laut, was das andere Herrchen mit einem freundlichen "Na, so groß bist du doch nicht, dass du solchen Alarm machen musst!" quittierte.

Während ich kurz die Vorgeschichte erzählte, wurden beide Hunde ganz ruhig und beobachteten sich neugierig aus der Distanz. Und dann sagte mein Gegenüber etwas, das mir den ganzen Weg nicht mehr aus dem Kopf ging:

"Wissen Sie, wir Menschen mit Hund laufen oft aufeinander zu, aneinander vorbei, ohne ein Wort - vielleicht sogar mit einem komischen Gefühl im Bauch. Meinen Sie, die Hunde merken das nicht?! 
Die hören den Klang unserer Stimme, wenn wir uns unterhalten. Und merken: Freundlich - alles okay. Die merken aber auch an unserer Körpersprache, wenn es das nicht ist. 
Und dann rennen Leute mit Hunden ohne Leine rum und setzen voraus, das sich alle Hunde mit ihrem oder ihren verstehen....  "Der tut nichts!" 
Wie paradox ist das eigentlich? Wenn wir nicht miteinander reden oder gar zeigen, dass wir angespannt sind, warum sollten sich unsere Hunde auf Anhieb verstehen?? 
Volle Harmonie ohne die Chance sich kennenzulernen? Komische Erwartungshaltung.
Wieso sollten ausgerechnet unsere Hunde eine Unterschreitung der Distanzgrenze zulassen, wo wir es selbst nie tun würden? 

Menschen sind schon merkwürdig manchmal.

Hören Sie auf Ihr Gefühl, dann tun Sie das Richtige; das, was Ihr Hund auch tun würde." 

Sprach's, wünschte uns einen wunderschönen Tag bzw. Abend ... und setzte seine Hunderunde fort.

. . . . . . . .

Es wurde dunkel und die Laternen gingen an.










Kommentare:

  1. Ich probier mal ... Profil anonym. Gr.R.

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  2. Profil Unknown Google geht nicht ...

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    1. so, jetzt sind nur Nutzer mit Google-Konten aktiviert, da bin ich mal gespannt, ob das funktioniert...

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  3. Mal schauen ob es nun klappt..... Eine wunderbare Geschichte , so habe ich sie auch schon mehrfachst erlebt als ich noch mit meinen Hunden spazieren ging. Nun habe ich keinen Hund mehr kann aber beobachten, dass da wo sich die Hundebesitzer begrüssen und sich einen schönen Tag wünschen, die Hunde sehr friedlich sind. Gehen sie stumm aneinander vorbei und ziehen gar ihren Hund....kommt es oft zu heftigen Bell.-und Knurrattacken......das sagt schon viel.....oder ?

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  4. Schöne Story und wie immer bei dir herrliche Bilder :)

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